HADES


Personalien:
Vater: Kronos
Mutter: Rhea
Gattin: Persephone
Geliebte: Minthe

"Tatsachen":
Einer der olympischen Götter, der Gott der Unterwelt. Der Name bedeutet "der Unsichtbare", vielleicht nach dem legendären Helm, den er von den Zyklopen bekam, und der den Träger unsichtbar macht. In älteren Zeiten wurde er auch Aides genannt und in späteren Pluton. Letzterer Name bedeutet "der Reiche" und hängt damit zusammen, daß er auch die Schätze der Unterwelt bewachte, d.h. die wichtigen Metalle, die sich unter der Erde befanden.
Außer einem Tempel in Elis gibt es zu seinen Ehren keine Kultstätten.
Sein Attribut ist eine zweispießige Gabel und sein Wagen wird von vier kohlschwarzen Rössern gezogen. Auf Abbildungen trägt er auch oft ein Zepter.
Drehbuch:
Eine Blumenwiese auf Sizilien. Aphrodite, im Gespräch mit ihrem Sohn Eros, sieht mit Mißhagen, daß Persephone, die nicht zu ihren Freundinnen gehört, dort Blumen pflückt. Plötzlich nähert sich Hades und Aphrodite schmiedet einen ausgeklügelten Plan. Sie fordert ihren Sohn auf, einen seiner Pfeile auf Hades zu schießen...
Hades (brummig): Nein, jetzt hab ich genug vom Leben auf der Erde. Schön, wieder heim zu kommen. Das viele Licht ist nicht gut für die Stimmung. Da schau mal an! Weiber, die Blumen pflücken - ist das nicht lächerlich? Ich kann das goldige Getue wirklich nicht ausstehen.
(Greift sich ans Herz.) Auweh, was war das? Ein scharfer Stich. Wäre ich nicht unsterblich, würde ich an einen Herzinfarkt denken. Aber was geschieht mir? Ich fühle mich plötzlich so komisch. Schau, ist das nicht Persephone, da drüben? Hübsches Mädchen, das muß man zugeben. Oh, wie sich alles dreht! Eigentlich ist es ziemlich langweilig, so ganz allein in der Unterwelt zu hocken. Ob ich um ihre Hand anhalten soll? Sie zur Königin machen - da kann sie ganz einfach nicht nein sagen. Bei Zeus, ich glaube ich mache es.
(Verwundert, intensiv): Was? Sie will nicht? Das kann nicht ihr Ernst sein. Ich muß sie besitzen. Ich kann ohne sie nicht mehr leben. Ich habe noch nie eine schönere Frau gesehen. Sie muß mein werden, mein! MEIN!
(Hebt Persephone hoch.) Und willst du nicht, dann muß ich dich zwingen. Oh, so ein Leichtgewicht, die du bist... Jaja, schlag nur, das hilft dir auch nicht. Du wirst schon sehen, alles wird gut. Wenn du einmal in der Unterwelt herrschen wirst, dann findest du dich schon drein. Hör jetzt auf zu schreien. Siehst du das Loch hinter dem Stein dort - das ist schon der Eingang zu unserem Reich.
Bernhard Kauntz, Västerås 1998
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