HERA


Personalien:
Vater: Kronos
Mutter: Rhea
Gatte: Zeus
Geliebte: Dionysos, (mit ihrem Trugbild) Ixion
Nachkommen:.
.
.
(von Zeus) Ares, Hebe, Hephaistos, Eris(?), Eileithyia
(von Dionysos) Pasithea
(von Ixion) die Kentauren

"Tatsachen":
Hera ist ironischerweise die Beschützerin der Ehe, aber durch die Eskapaden von Zeus ist sie bitter und rachedurstig geworden (nicht zuletzt seinen Geliebten und unehelichen Kindern gegenüber). Sie ist auch die Göttin des Gebärens und wurde hauptsächlich von Frauen verehrt. Ihre Verehrung war über ganz Griechenland verbreitet, war aber in Sparta und in Argos besonders hervortretend, daher kann man dort auch ihren Ursprung vermuten. Ihr wird nachgesagt, dass sie sowohl Kuhaugen hatte, als auch von kräftiger Statur war. Trotzdem war sie so schön, dass sie sich mit Pallas Athene und Aphrodite um den Titel der Schönsten bewarb. Ihre Tiere sind die Kuh und der Pfau und ihr römischer Name ist Juno.
Mythos:
Der Ursprung der Milchstraße geht auf Hera zurück: Derjenige, der an ihren Brüsten saugte, wurde unsterblich. Zeus wollte gern seinen unehelichen Sprössling Herakles unsterblich machen, aber er wusste, dass Hera diesen hasste und ihm in bewusstem Zustand nie die Chance geben würde. Deshalb wartete er, bis Hera einmal tief schlief und legte dann den Säugling an ihre Brust. Das werdende Wunderkind erwies aber seiner Amme wenig Respekt, sondern biss anständig zu, sodass Hera mit Schmerzensrufen erwachte. Als sie das Kind sah, stieß sie es weg, sodass sich die Göttermilch in weitem Bogen über den Himmel ergoss.
Ein anderer Mythos erzählt von den Anfängen des Verhältnisses zwischen Hera und Zeus und kann vielleicht die späteren Spannungen in der Ehe erklären. Zeus hatte eine Weile Hera seine Aufwartung gemacht, aber die war an ihm nicht interessiert. Deshalb verwandelte er sich in einen verletzten Vogel. Hera tat das Tier leid, sie nahm es auf und drückte es gegen die Brust. Diese Situation nützte Zeus aus, um sie zu vergewaltigen. Daraufhin ging Hera auf die Ehe ein, um nicht mit der Schande dastehen zu müssen, überlistet worden zu sein.
Drehbuch:
Es ist ja ganz unglaublich. Ganz, ganz unglaublich. Statt dass ich diesen Hallodri von Casanova, mit dem ich verheiratet bin, jetzt endlich los wäre, hänge ich hier wie ein Vogel zwischen Himmel und Erde. Mein einziger Trost ist, dass er mir wenigstens Handschellen aus Gold verpasst hat, als er mich hier aufhängte.....
(Ruft) Hallo, du Mannsbild, willst du mich nicht bald loslassen? Jetzt hänge ich hier schon seit einer guten Stunde!
Nein, der will nicht hören. So ein Trottel von Mann. Meine Hände schlafen ja ein - wenn ich wenigstens auf etwas stehen könnte, um das Gewicht von den Armen zu nehmen. Nein, also ich hätte ihm schon lange den Laufpass geben sollen.
Dabei hätte es heute beinahe geklappt. Es hatte so gut angefangen! Es war ja nicht weiters schwer, Poseidon davon zu überzeugen, dass er genauso gern die Herrschaft über Erde und Himmel haben könne, statt ständig da unten im Wasser herumzuschwimmen. Er hat mir so gern geholfen... Und Zeus hat brav seinen abendlichen Nektar getrunken, mit dem Schlafmittel drinnen. Alles war erledigt. Klar, ein bisschen Angst habe ich schon bekommen, als "Pappas braves Mädchen", die Athena, hereingekommen ist - ich dachte nie im Leben, dass sie uns helfen würde. Aber spaßigerweise war sie gleich mit von der Partie und half uns, Zeus im Sofa festzubinden....
Aber jetzt wird mir schon schön langsam kalt! Logisch, es ist ja bereits mitten in der Nacht. Ich werde mich wohl ein bisschen anstrengen müssen, um den Alten zu bewegen.
(Ruft) Goldschätzchen, denk doch nur daran, was wir zwei alles machen könnten, wenn du mich jetzt befreien würdest. Es könnte uns wie Göttern gehen. Komm jetzt, Schatz, wir können das ja so machen, wie du es gern hast - du weißt schon wie, nicht wahr?
Noch immer nicht. So ein Ekel, er will noch immer nicht!
Aber eigentlich ist Poseidon schuld daran, das alles so gekommen ist. Wir hatten ja ausgemacht, dass wir Zeus in die Unterwelt schicken würden, sodass er da unten Hades als Ansprache hätte. Und dann änderte Poseidon seine Meinung und wollte ihn absolut unter Wasser anketten - "sodass er einmal sehen könne, was ich alles ausstehen muss". Mir war das egal, von mir aus hätte ich das auch getan, auch wenn ich es schon hart fand. Aber da ist die Athena ja aufgefahren, die ihrem Vater nichts so Schlimmes antun wollte. Und während wir noch weit und breit diskutierten und nichts geschah, kamen Thetis und Aigeus hinauf und befreiten Zeus im Nebenzimmer. Und wir stritten, sodass wir weder etwas hörten noch sahen, bevor er ganz rasend zu uns hereinkam. Und da war ja alles im Eimer.
Aber jetzt hört sich der Spaß auf, jetzt fange ich gleich an zu heulen. Mein halber Körper ist abgestorben und kalt ist mir auch und alles tut mir weh - ich halte das nicht mehr aus. Schau! Dort im Osten fährt schon Eos über den Himmel...
(Ruft schluchzend) Du, es tut mir leid, das war gemein von mir. Ich verspreche, dass ich das nie wieder machen werde! Aber bitte, bitte kom und befreie mich jetzt, während noch ein Fünkchen Leben in mir ist.
Oh - Gott sei Dank, da kommt er endlich! Ich hätte es keine Minute länger ausgehalten!
Bernhard Kauntz, Västerås 1998
Zurück zu , oder zur

webmaster@werbeka.com