DAS TAGEBUCH
DES HERAKLES

Liebes Tagebuch und lieber Leser


Heute bin ich achtzehn Jahre alt geworden und morgen werde ich mich auf Wanderung begeben. Das ist äußerst spannend, daher habe ich beschlossen, ein Tagebuch zu führen. Viele sind ja der Ansicht, dass es unmännlich sei, dies zu tun, aber erstens brauche ich wohl kaum mehr meine Männlichkeit beweisen und zweitens weiß ich, dass das Schicksal viele Überraschungen für mich bereithält. Da kann es ganz gut sein, wenn man die eigenen Erlebnisse niederschreibt. Außerdem vermeidet man auf diese Art ja auch eine Geschichtsverfälschung...

Andererseits wird es wahrscheinlich vorkommen, dass ich mich selbst nicht an jedes kleine Detail richtig erinnern können werde. Es kann ziemlich knifflig sein, zu beschreiben, was in der Hitze eines Gefechtes passiert. Dann wird es wahrscheinlich auch so sein, dass ich nicht dazukomme, regelmäßige Eintragungen zu machen, und wie wir alle wissen, ist die Erinnerung kein zuverlässiger Partner.

Einen Teil der Dinge, über die ich schreibe, werde ich auch weitererzählen, so wie ich sie von anderen gehört habe, und in diesen Fällen kann ich ja auch nicht für den Ursprung geradestehen. Aber ich verspreche, dass ich mein Bestes tun werde.

Sie, lieber Leser, der Sie diese Seiten ein paar tausend Jahre später in die Hände bekommen, sind vielleicht mit meinen Voraussetzungen nicht so sehr vertraut, deshalb werde ich unsere Familiengeschichte, sowie meine Kindheit kurz zusammenfassen, bevor wir uns auf neue Abenteuer einlassen.

Ich nehme an, dass Sie wenigstens in groben Zügen über unsere Götter informiert sind, wenn nicht, können Sie sicherheitshalber hier zu lesen beginnen.


Bernhard Kauntz, Västerås 1998


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